Leitfaden zur Bewertung der Zuverlässigkeit und Messbeständigkeit von Elektrizitätszählern und Zusatzeinrichtungen
Im Zuge des Wandels von elektromechanischen zu elektronischen Zählern werden neue Methoden zur Bewertung der Zuverlässigkeit und Messbeständigkeit benötigt. Nicht nur die Technik selbst, sondern auch die Betriebsbedingungen, unter denen elektronische Messeinrichtungen eingesetzt werden, haben sich nachhaltig gewandelt (z.B. neue Gerätetechniken, geänderte Netzverhältnisse und Einspeiseverfahren am Einbauort, größere Funktionalitäten in der Messeinrichtung).
Der "Leitfaden zur Bewertung der Zuverlässigkeit und Messbeständigkeit von Elektrizitätszählern und Zusatzeinrichtungen" zeigt, welchen unterschiedlichen Einflüssen und Wechselwirkungen Elektrizitätszähler und Zusatzeinrichtungen ausgesetzt sind und beschreibt die daraus resultierenden zusätzlichen Anforderungen.
Messeinrichtungen werden für den Einsatz im gesetzlichen Messwesen zertifiziert, wenn sie die MID- (z.B. Baumusterprüfungen) und/oder innerstaatlichen Anforderungen bestehen. Um bereits bekannte und bisher nicht bewertete Risiken für Messeinrichtungen auszuschließen oder einzuschränken, müssen geeignete Prüfverfahren ergänzt werden.
Nachdem die 1. Ausgabe des Leitfadens im März 2011 veröffentlicht wurde, gab es weitere Aktivitäten bzgl. der Prüfung mit Stoßspannung 0,1 / 2000 µs. Es wurde eine entsprechende Spezifikation in der nun vorliegenden 2. Ausgabe hinzugefügt (Kapitel 3.7 "Isolations- und Stoßspannungsfestigkeit").
Dieser Leitfaden dient der Ergänzung bestehender technischer Normen und Produktstandards. Mit den hierin aufgeführten Prüfverfahren soll die Möglichkeit geschaffen werden, zeitnah die Zuverlässigkeit und Messbeständigkeit von innovativen Geräteneuentwicklungen nachzuweisen. Es werden Problemstellungen und Lösungsansätze beschrieben. Dies soll kein statischer Prozess sein, sondern sich den neuen praxisgerechten Erkenntnissen anpassen. Die hier beschriebenen Prüfverfahren sollen eine systematische Bewertung der Messeinrichtungen ermöglichen und zur Entwicklung von Geräten führen, die im Betrieb resistent gegenüber Störgrößen sind.
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