Stromnetze gehören in der heutigen Zeit zu den lebenswichtigen Infrastrukturen. Schnelle Reaktionen in Krisensituationen und dafür vorbereitete Strukturen bei den Netzbetreibern sind deshalb unabdingbar. Die dazu erforderlichen Management-Werkzeuge werden vom Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) in einem technischen Hinweis "Sicherheit in der Stromversorgung - Hinweise für das Krisenmanagement des Netzbetreibers" (S 1002) beschrieben.
Das Dokument baut auf dem VDN-Leitfaden zur Beherrschung von Großstörungen von 2006 und dem zugehörigen Telekommunikationskonzept von 2007 auf und ersetzt diese.
Prävention im Fokus
Die im technischen Hinweis S 1002 beschriebenen Grundsätze des Krisenmanagements zielen auf die Sicherstellung der Handlungsfähigkeit eines Netzbetreibers und die schnelle Beendigung der Großstörung. Ausgehend von einem Drei-Phasen-Modell der Krisenbewältigung liegt ein besonderer Fokus auf der Prävention durch Planung und Schulung. Dazu empfiehlt der Hinweis die Identifikation von Bedrohungsszenarien, die Einrichtung von Krisenstäben und -räumen sowie das Vorhalten redundanter Kommunikationsmittel. Ein weiterer Aspekt ist die Zusammenarbeit mit Behörden und anderen Netzbetreibern.
Das bewährte netzbetreiberübergreifende Register über Ressourcen für Krisenfälle wird von FNN fortgeführt. In diesem Register können Netzbetreiber freiwillig ihre technischen Betriebsmittel und Materialien erfassen. Im Notfall ist dadurch eine schnelle und unkomplizierte Hilfe zwischen den Netzbetreiber möglich. Die Aufnahme ins Register ist mit der Rücksendung des Formulars (siehe Downloads und Links) an die FNN-Geschäftsstelle möglich.
Der technische Hinweis stellt ein Rahmenkonzept dar, welches die Netzbetreiber bei der Erstellung und Überprüfung ihres eigenen Krisenmanagements unterstützt.
Das Wichtigste in Kürze:
- Rahmenkonzept für die Vorbereitung und Reaktion auf Krisenfälle
- Hinweis enthält konkrete Empfehlungen u. a. zur Einrichtung eines Krisenstabs und zur Ausstattung von Krisenräumen
- Fokus auf Prävention
- das bewährte Ressourcenregister wird fortgeführt