Der demografische Wandel sowie die steigenden Ansprüche an Komfort und Wohlbefinden verschlingen riesige Geldsummen, die sowohl vom Einzelnen als auch von der Gesellschaft zu tragen sind. Mit herkömmlichen Konzepten und Dienstleistungen lässt sich dieses hohe Niveau nicht halten oder steigern. "Der Einsatz von Assistenzsystemen sorgt hier für deutliche Kosteneinsparungen", so Dr.-Ing. Bernhard Thies, Geschäftsführer der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE. Neben diesen Kosteneinsparungen eröffnen intelligente Assistenzsysteme gute Chancen für Deutschland – von neuen Berufsfeldern bis zu Exportchancen von Produkten und Diensten für alle Bevölkerungsschichten weltweit. Gleichzeitig steht das Technologie- und Geschäftsfeld Ambient Assisted Living (AAL) aber noch vor großen Herausforderungen, darunter die Entwicklung von Standards und marktreifen Produkten. "Aus diesem Grund haben wir als Schwerpunkt für die DKE-Tagung 2009 das Thema Ambient Assisted Living gewählt." Unter dem Motto "IMPULSE FÜR MORGEN – Normung & Standardisierung" bewerten rund 300 Experten aus Wissenschaft, Industrie und Politik die Chancen und Herausforderungen von AAL am 28. April 2009 in Offenbach.
Wie bedeutsam das Thema für die Bundesregierung ist, zeigt die Innovationspartnerschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des VDE. Das AAL-Netzwerk aus Technik, Politik, Sozialwissenschaften und Pflege gibt Impulse für Markt, Technik und Gesellschaft und arbeitet intensiv an der konkreten Umsetzung bedarfsgerechter und marktfähiger Produkte und Dienstleistungen sowie Normungsempfehlungen. Zusätzlich erarbeitet die DKE Anwendungsregeln und Leitlinien zu Interoperabilitätsstandards für diese technologischen Assistenzsysteme.
Über Ambient Assisted Living:
Ein Ziel von Ambient Assisted Living ist es, durch den Einsatz neuer Technologien die Umgebung, in der sich hilfsbedürftige Menschen aufhalten, so zu gestalten, dass für die betroffenen Personen ein hoher Grad an Selbständigkeit erhalten werden kann, ihre Sicherheit erhöht wird und die Kommunikation mit ihrem sozialen Umfeld verbessert wird. Dazu gehören auch die Unterstützung bei alltäglichen Verrichtungen, die Gesundheits- und Aktivitätsüberwachung, der Zugang zu sozialen, medizinischen und Notfallsystemen und die Erleichterung sozialer Kontakte. Damit sollen eine verbesserte Lebensqualität und intensivere soziale Teilnahme hilfsbedürftiger Menschen am gesellschaftlichen Leben erreicht, aber auch neue Geschäftsfelder erschlossen und effizientere und persönlichere Gesundheits- und Sozialdienste ermöglicht werden.
Über die DKE:
Die vom VDE getragene DKE erarbeitet Normen und Sicherheitsbestimmungen für die Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik. Sie vertritt die deutschen Interessen im Europäischen Komitee für Elektrotechnische Normung (CENELEC) und in der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC). Rund 3.500 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung erarbeiten das VDE-Vorschriftenwerk in der DKE. Die VDE-Bestimmungen basieren heute größtenteils auf Europäischen Normen, die zu etwa 80 % das Ergebnis der internationalen Normungsarbeit der IEC sind.