Dass Elektroingenieure hervorragende Berufschancen und interessante Karriereperspektiven haben, ist bei den Schülern angekommen. Die Zahl der Studienanfänger in der Elektro- und Informationstechnik ist im Wintersemester 2008/09 an den Universitäten und Fachhochschulen um vier Prozent gestiegen. War der Anstieg mit 1,5 Prozent an den Universitäten noch moderat, so verzeichnen die Fachhochschulen einen Zuwachs um sechs Prozent. Die meisten Immatrikulationen verbuchen die TU München (766), die RWTH Aachen (664) und die TU Darmstadt (538). Auch die Universitäten Hannover und Kassel liegen mit deutlich mehr als 400 Erstsemester-Studierende im Ranking der Schüler weit oben. "Insgesamt scheinen sich die Anstrengungen, für ein Studium der Elektro- und Informationstechnik die Werbetrommel zu rühren, bezahlt zu machen. Die gute Lage für Absolventen auf dem Arbeitsmarkt wirkt sich zusätzlich aus", kommentiert Dr.-Ing. Michael Schanz, Arbeitsmarktexperte beim VDE, die Entwicklung.
Weniger als zehn Bewerbungen bis zum Vertrag
Die Absolventen der Elektro- und Informationstechnik haben beste Berufsaussichten. Nach einer Studie des VDE benötigen vier von fünf Berufseinsteigern weniger als zehn Bewerbungen und maximal drei Vorstellungsgespräche, um eine Stelle zu bekommen. Mehr als die Hälfte der befragten VDE-Mitgliedsunternehmen glaubt, ihren Bedarf an Elektroingenieuren in den nächsten Jahren nicht decken zu können. 60 Prozent der Unternehmen wollen künftig mehr Elektroingenieure einstellen. 40 Prozent halten an ihrer Zahl fest. Besonders hart trifft der Ingenieurmangel den Mittelstand. Hier erwarten 70 Prozent, dass ihnen Nachwuchskräfte fehlen werden. Verschärft wird die Situation durch eine Zunahme der Ingenieure, die ihr Rentenalter erreichen. Die circa 10.000 Absolventen reichen nach Ansicht des VDE bei weitem nicht aus, um den Bedarf der Wirtschaft und Wissenschaft zu decken.