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Elektrizitätsmessgeräte 

Staatlich anerkannte Prüfstelle für Elektrizitätsmessgeräte 

29.06.2010 

Stromzähler müssen genau und verlässlich sein. Nur so kann gewährleistet sein, dass kein Kunde zu viel oder zu wenig für seinen Strom bezahlt. Dass man sich auf das Ergebnis seines Stromzählers verlassen kann, dafür sorgen in Deutschland die Eichbehörden der Länder. Und dass im Zeitalter von Smart Metering und Energieeffizienz der technische Fortschritt fachkundig begleitet werden kann, dafür sorgen neben den Eichbehörden staatlich anerkannte Prüfstellen, die ihr hohes technisches Know-how zur Verfügung stellen.

Nach erfolgreicher Prüfung, Begutachtung und Vereidigung durch die Hessische Eichdirektion wurde Ende Mai 2010 die „Staatlich anerkannte Prüfstelle für Messgeräte für Elektrizität EF 9“ im VDE-Institut offiziell beurkundet.

Im VDE-Institut können nun Stromzähler und deren Zusatzeinrichtungen geeicht sowie Befundprüfungen und Sonderprüfungen durchgeführt werden. Voraussetzung hierfür sind die in der Eichordnung verankerten Anforderungen wie geeignetes Fachpersonal und Prüfräume sowie die Verwendung anerkannter Prüfmittel. Die Prüfstelle muss als organisatorisch selbständige Einheit fungieren und das VDE-Institut die Unabhängigkeit des Prüfpersonals gewährleisten. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird von der Eichbehörde streng überwacht.

In der Geschichte der Eichbehörde Hessen ist die Etablierung einer Prüfstelle in das neutrale und unabhängige VDE-Institut ein Novum, denn bisher sind die meisten der jetzt 13 anerkannten Prüfstellen in Hessen direkt bei den Energieversorgungsunternehmen angesiedelt. Eine besonders wichtige Aufgabe sind die Befundprüfungen, bei denen auch eventuellen Manipulationen an den Zählern auf den Grund gegangen werden muss. Der zum Prüfstellenleiter vereidigte Dennis Schulz und seine Stellvertreter Matthias Hübner und Josef Winzig rechnen damit, dass diese spannende Detektivarbeit einen großen Teil ihrer Arbeit ausmachen wird. Für die Grundaufgabe, die Eichung von elektronischen und elektromechanischen Stromzählern, sind sie bestens gerüstet.

Neben einer äußeren Beschaffenheitsprüfung und der Isolationsprüfung wird für die Eichung der Zähler auf seine Messgenauigkeit unter Referenzbedingungen geprüft. Der Zähler wird dazu an einen hochpräzisen elektronischen Referenz-Prüfzähler angeschlossen. An fest definierten Prüfpunkten (im Anlauf, Leerlauf und im normalen Betrieb) erfasst ein Sensor die optischen Impulse, die über eine LED am Elektronischen Zähler wiedergegeben werden. Ein Fehlerrechner berechnet die Abweichung zum Referenz-Prüfzähler. Wie hoch diese sein darf, ist durch die PTB-Prüfregeln genau vorgegeben. Wurden alle Vorgaben eingehalten, erfolgt der hoheitliche Akt der Eichung.

Bei der Vorbereitung und anschließenden Dokumentation ist eine ganz besonders hohe Sorgfalt nötig. Dies gilt auch für die Bedingungen im Prüflabor. Die Raumtemperatur darf 23°C nur um 2°C unter- bzw. überschreiten, bei einer Luftfeuchtigkeit von maximal 70 %.

Unabhängig von der „Staatlich anerkannten Prüfstelle“ können auch weitere Prüfungen wie Sicherheits- und mechanische Prüfungen unter den verschiedensten klimatischen Bedingungen sowie die Überprüfung der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) von Elektrizitätsmessgeräten im VDE-Institut durchgeführt werden.

   

Kontakt

Dennis Schulz
Tel.:  +49 69 8306 664
Fax:  +49 69 8306 263
dennis.schulz@vde.com