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VDE-Ingenieurstudie 2010 

VDE-Ingenieurstudie 2010 

Frankfurt  23.02.2011 

Die Vorstellung der VDE-Ingenieurstudie im Herbst 2010 im Bayerischen Hof hat eine große Resonanz in den Medien hervorgerufen. Etliche große Zeitungen und RTL-München berichteten ausführlich. 
 
Die Studie enthält eine Fülle an Zahlenmaterial über Techniktrends sowie Berufsbilder, Berufseinstieg, Studium von und Mangel an Elektroingenieuren und -Ingenieurinnen. Sie steht zum Download zur Verfügung (für VDE-Mitglieder kostenlos).
 
Zu geringe Studienanfänger- und Absolventenzahlen und steigende Zahlen aus dem Berufsleben ausscheidender Ingenieure führen spätestens ab 2020 zu einer dramatischen Fachkräftelücke in
der Elektro- und Informationstechnik. Der Mangel an Ingenieuren wird deutlich unterschätzt, so die Ergebnisse der VDE-Ingenieurstudie 2010. Bis 2020 werden allein der Ersatzbedarf von derzeit knapp 8.000 Elektroingenieuren um 22 Prozent steigen, die Zahl der Hochschulabsolventen (2010: 8.300) dagegen um elf Prozent sinken. Dazu kommt, dass viele der ausländischen Absolventen, immerhin bis zu 30 Prozent aller Elektroingenieure an Universitäten, nach ihrem Studium wieder in ihre Heimat zurückkehren. Eine weitere Problematik besteht im geringen Frauenanteil (acht Prozent) und hohen Abbrecherquoten (teilweise 50 Prozent). Gleichzeitig steigt die Bedeutung der Elektrotechnik in immer mehr Branchen.

 
„Ausgerechnet in dem Zeitkorridor, in dem man mit deutscher Ingenieurkunst in wichtigen Zukunfts-märkten durchstarten sollte, könnten uns die dafür nötigen exzellent qualifizierten Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik fehlen“, warnt VDE-Vorstandsvorsitzender Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer. Dabei sind die Zukunftsaussichten für Absolventen äußerst erfolgversprechend. Laut VDE-Studie herrscht auf dem Arbeitsmarkt für Elektroingenieure mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent praktisch Vollbeschäftigung. Die Bundesländer Baden Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern haben die meisten offenen Stellen. Daneben locken auch vielfältige Einstiegsmöglichkeiten in den Ingenieurberuf. Elektromobilität, Vernetztes Wohnen oder Telemedizin bieten exzellente Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten.
 
Die dramatische Nachwuchssituation darf nach Ansicht des VDE allerdings nicht das Anforderungs-niveau der Ausbildung senken. Der Bologna-Prozess ist ein wichtiger Schritt für die internationale Vergleichbarkeit der Studiengänge. Allerdings unterstützt der VDE die Bestrebungen einiger Univer-sitäten die Marke „Dipl.-Ing.“ als Zeichen für die qualitativ hochwertige Ausbildung in Deutschland wiedereinzuführen, ohne damit aber die Zweistufigkeit grundsätzlich in Frage zu stellen.